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Schäferlauf Wildberg



Ein Brauchtums- und Heimatfest mit einer Jahrhunderte alten Tradition ist der "Wildberger Schäferlauf".
Ein viertägiges Programm - alle zwei Jahre am dritten Juliwochenende - bietet von Freitag bis Montag weit mehr als den traditionellen Schäferlauf.
Und dennoch: der historische Festumzug und der Lauf der Schäfermädchen und Schäfer um die Königskrone am Sonntag sind der Höhepunkt für die Teilnehmer und die vielen tausend Besucher.

Als Herzog Eberhard Ludwig (1667-1733) in einem Erlass vom 07. Juli 1723 an seinen Keller Assum in Wildberg die Einrichtung von so genannten Nebenladen in Wildberg, Urach und Heidenheim verfügte, standen eindeutig wirtschaftliche und vor allem berufsständische Überlegungen im Vordergrund.
Die Berufsangehörigen mussten am Schäfertag teilnehmen, doch es gab wohl auch Mittel und Wege, sich dieser Verpflichtung zu entziehen. Was lag also näher, als einen Laufwettbeerb zu veranstalten, der in fröhliches Festgeschehn eingebettet wurde. Man hatte erkannt, dass am Ziel langer Fußmärsche eine ganz besondere Abwechslung stehen musste, um das notwendige Interesse nachdrücklich zu beleben.
Die Stadt Wildberg übernahm ab 1820 die Ausrichtung des Schäferlaufs. Die Finanzmittel aus der Nebenlade reichten nämlich icht mehr aus, obwohl das Ereignis nur alle zwei Jahre stattfand.
Der von Anfang an fesgelegt Jacobitag am 25. Juli fiel häufig in den Beginn der Ernte und deshalb wich man auf den Tag vor Michaelis (29. September) nd schließlich auch auf den Matthäustag (21. September) aus. Seit Jahrzehnten hält man sich in Wildberg aber wieder an die herzogliche Wesung und feiert an Jacobi.
Es wird berichtet, dass sich der Charakter des Festes nach Auflösung der Schäferzünfte im Jahr 1828 verändert hat. Die Repräsentanten der Stadt und zahlreiche Vereine, Trachten- und Folkloregruppen waren im Festzug vertreten. Der "Wildberger Schäferlauf" ist heute ein Fest mit bester Unterhaltung dessen Besuch sich stets lohnt. Dem Brauchtum verpflichtend blieben aber die wesentlichen Elemente immer erhalten.
Das sehr berufsbezogene Leistungs- oder Preishüten gibt es erst seit 1930. Der Landesschafzuchtverband und die Stadt Wildberg organisieren diesen auf den jeweiligen Samstag des Festwochenendes fallenden Veranstaltungsteil. Fünf bis sieben Wettbewerber müssen mit einer fremden Schafherde die gute Zusammenarbeit zwischen Schäfer und Hund beweisen. Der Wildberger Stadtschäfer stellt dazu seine Herde zur Verfügung. Geduldig, wie Schafe nun einma sind, lassen die Tiere innerhalb weniger Stunden die gleiche Prozedur wiederholt über sich ergehen.
In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist auch regelmäßig Theater gespielt worden. Seit 1954 wird das Festspiel "Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler" aus der Feder des Wildberger Ehrenbürgers Eugen Memminger aufgeführt. Eine Geschichte vom Klosterschäfer der sich selbst treu blieb und sich nicht in den Fäden eines teuflischen Spiels verfangen hat. Die Laienspielschar pflegt das Erbe des Autos auf liebevolle Art und Weise. Mit der erste Aufführung am Freitagabend des Festwochenendes wird der jeweilige Schäferlauf eröfnet.
Tiere auf dem Bauernhof - eine Schau der Wildberger Landwirte, ein Bauern- und Handwerkermarkt in der Anlage des ehemaligen Dominikanerinnenklosters Maria Reuthin, sowie ein Kindernachmittag am Montag ergänzen das Programm.
Der Vergnügungspark und ein Krämermarkt, sowie ein Großfeuerwerk mit Stadtkulissenbeleuchtung zum Abschuss am Montag runden das außergewöhnliche Festprogramm ab.
Als ein Stück Heimat und eine Rückblende in die eigene Vergangenheit wurden und werden die Veranstaltungen bis heute empfunden.

 

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