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Rutenfest Ravensburg



Das Ravensburger Rutenfest

Alljährlich, wenn es den Sommerferien der Schulen entgegengeht, feiert die einstige Reichsstadt Ravensburg das Rutenfest. Dieses tief in der Historie der Stadt wurzelnde Schüler- und Heimatfest wirkt wie ein Magnet auf die Bevölkerung, insbesondere auf die in die Fremde gezogenen Ravensburger, die ihre Heimatbesuche mit Vorliebe in die Zeit des Rutenfestes legen. Auch wer sich von Ravensburg gelöst hat, scheint in der Ferne noch die krachenden Böllerschüsse vom Mehlsack und die Trommeln zu hören ...

Das Rutenfest vereint die Bürgerschaft jedes Jahr über wenige Tage ohne Unterschied von Rang und Namen, die Alten und die Jungen, die Großen und die Kleinen, die Ravensburger und die Neubürger. Und jedes Jahr schwingt die Freude über das Erreichte kräftig mit, die Freude über die Erhaltung einer liebenswerten Heimat.

Längst ist das Rutenfest ein Fest der gesamten Stadt. Immer noch aber stehen die Schüler im Mittelpunkt des Festes, und der belaubte Zweig – die Rute – in der Hand der Schüler ist das Festsymbol geblieben.

Rutengänge seit dem Mittelalter

Wahrscheinlich wurden schon im 15. Jahrhundert oder früher Schüler der Lateinschule »in die Ruten« geführt. Eine sichere Nachricht darüber gibt es in Ravensburger Geschichtsquellen zwar erstmals 1645, doch dürfen wir aus entsprechenden Zeugnissen in anderen Städten schließen, dass der Brauch auch in Ravensburg schon viel früher geübt wurde. Mit ihren Lehrern zogen die Schüler zu Beginn des Schuljahres im Sommer ins Grüne, um die zur Züchtigung nötigen Ruten zu schneiden.

Wir wissen nicht, wann solchen Rutengängen, die den Schülern keine Freude entlocken konnten, ein fröhlicher Abschluss mit Singen und Spielen gegeben wurde. Dem Ernst des Lebens, durch die Ruten symbolisiert, trat im Lauf der Zeiten immer stärker und deutlicher die heitere und festliche Ausgelassenheit der Jugend an die Seite. Sicher erst viel später, im 17. oder 18. Jahrhundert, nahmen die Eltern an den noch bescheidenen Festfreuden der Schüler Anteil, und bald ließ sich auch die Geistlichkeit und die städtische Obrigkeit in das Feiern einbeziehen.

In der Barockzeit, nach dem leidvollen 30-jährigen Krieg,war das Rutenfest als das Fest aller Ravensburger geboren. Anfang und Ende des Festtages bildeten seitdem, das darf nicht vergessen werden, Gottesdienste, in denen man hauptsächlich Marienlieder sang. Die heute gesungenen Rutenlieder kamen um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf.

 

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